Homepage

Teil 2

Teil 3

Tagbeobachtung der Venus mit einer Webcam.

Dass ich mit meiner Webcam die Venus auch tagsüber ausmachen könnte - wohlgemerkt: ohne Teleskop! - , schien mir ziemlich unwahrscheinlich. Es einfach zu probieren kam mir wenig Erfolg versprechend vor, denn es gilt dabei ja erst mal die berechnete Position am Himmel genau anzuzielen - ohne dass man sich dabei von der sichtbaren Venus leiten lassen könnte.

Weil mich aber mein Spieltrieb wieder einmal mächtig packte, machte ich mich doch daran, erst mal herauszufinden, wie genau ein Ziel bei Versuchswiederholungen reproduzierbar angesteuert werden kann.

Eine besonders wertvolle Hilfe ist die Möglichkeit, verschiedene charakteristische Einstellungswerte durch einen Rechner abfragen zu können oder auch als Vorgabewerte für die Zielrichtung und die Zoomeinstellung an die Kamera vom Rechner aus zu übermitteln.

Eine Anfrage nach der Position wird etwa mit folgender Nachricht beantwortet:

pan=-34.4487
tilt=37.5816
zoom=9999
focus=9804
autofocus=off
autoiris=on

Jetzt weiß man also, dass die Kamera aus ihrer Bezugsstellung horizontal um 34.4487 Grad nach links gedreht ist und dass sie gegenüber der Horizontalstellung um 37.5816 Grad nach oben geneigt wurde.

Ich bin natürlich nicht so optimistisch zu glauben, dass die Winkelwerte wirklich auf ein zehntausendstel Grad einstellbar und messbar wären - aber man konnte der Frage ja mal nachgehen.

Übrigens: So sieht die Webcam aus, wenn ich sie "in Stellung" gebracht habe:

Die Zahlenwerte für die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten habe ich hier notiert:

Parameterart
Minimalwert
Maximalwert
kleinste Schrittweite
Drehung (Pan)
-169
+169
0.1118
Neigung (Tilt)
-10
+90
0.1125
Zoom
1
9999
5
Fokus
1
9999
99
Iris
1
9999
84

Wenn man nun annimmt, dass die Zahlenwerte für Drehung und Neigung Winkelwerte in Grad bedeuten, dann wird schon klar, dass die vier Nachkommastellen der Winkelwerte eine Scheingenauigkeit darstellen, die allenfalls arglose Menschen wirklich ernst nehmen würden.

Die besten Einstellungen für Zoom und Fokus habe ich am Nachthimmel ermittelt. Es war Maximalzoom (= 9999) und ein Fokuswert von 9804. So waren etwa Sirius, Procyon und Saturn schön scharf zu sehen und ich konnte davon ausgehen, dass dies auch am Tage die optimale Einstellung sein würde.

Damit ich mir etwa ausmalen konnte, wie genau ich die berechneten Venuspositionen anfahren müsste, machte ich mit Maximalzoom einige Aufnahmen vom Mond. Daraus ergaben sich zwei Erkenntnisse, eine gute und eine weniger gute:

1. Der Öffnungswinkel konnte abgeschätzt werden, weil der Monddurchmesser ja bekanntlich unter einem Winkel von etwa 0.5 Grad erscheint. Ich schätze deshalb den vertikalen Öffnungswinkel grob auf ein Grad und den horizontalen auf knapp zwei Grad. Da könnte man auch bei nicht exaktem Anfahren der Sollposition noch rund herum ein Stück Himmel sehen und die Venus vielleicht irgendwo am Rand entdecken.

2. Obwohl man den Mond zu dieser Tageszeit ganz gut mit bloßem Auge erkennen konnte, erscheint er auf der Aufnahme leider nur schemenhaft. Ich muss also damit rechnen, dass die Kamera unter diesen Verhältnissen die Venus gar nicht auflösen kann.

Hier also das beste Bild vom Mond an diesem Tag - die ersten waren noch kümmerlicher!

Zur Fortsetzung

Die Seite wurde erstellt am 25.04.2006

Letzte Aktualisierung: 9.05.2006