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Was kann man tun, wenn auf dem Foto gerade Linien gekrümmt erscheinen ?

Leider musste ich bei meinen Versuchen mit Digitalfotos - manchmal ganz wenig, manchmal ziemlich deutlich - feststellen, dass Linien, die am Objekt gerade waren, auf dem Foto gekrümmt erschienen. Beim Experimentieren fand ich auch bald das Rezept, das diese unangenehmen Verzeichnungen ziemlich in den Hintergrund treten lässt: Wenn ich z.B. ein Hochhaus mit möglichst wenig krummen Kanten auf dem Bild haben wollte, musste ich vom Objekt weiter weg gehen und das Zoomobjektiv in maximale "Tele-Einstellung" bringen. Wenn ich aber, z.B. aus räumlichen Gründen, näher an das Objekt herangehen musste und deswegen maximale Weitwinkeleinstellung wählte, kam es zu kaum tolerierbaren Verkrümmungen im Bild. Auch zeigte sich leider, dass nach der üblichen Entzerrung (Parallelisierung stürzender Kanten) die krummen Linien immer noch krumm blieben und die Maßstäblichkeit der entzerrten Fotos nicht unerheblich beeinträchtigten.

Ich muss gestehen, dass mir solches früher nicht aufgefallen war. Offenbar ist bei leichten Verkrümmungen unser Gehirn in gewissen Grenzen in der Lage, diesen "unschönen" Effekt zu übersehen. Nach kurzer Recherche wurde mir auch klar, dass es sich nicht um eine Unvollkommenheit nur meiner Kamera handelt, denn so lernte ich schnell, die sog. Tonnen- oder Fassverzeichnung ist auch bei anderen Apparaten ein bekanntes Phänomen, das insbesondere bei Weitwinkel- oder gar Fischaugenobjektiven unvermeidbar scheint.

Bei genauerer Betrachtung des Phänomens zeigt sich, dass sich eigentlich gerade Linien von der Bildmitte weg nach außen krümmen und der Effekt immer stärker wird, je weiter diese Linien von der Bildmitte entfernt sind. An den Bildrändern ist diese Verzeichnung also immer besonders ausgeprägt.

Kann man derartige Verzeichnungen vielleicht auch "wegrechnen" ?

Tatsächlich fand ich eine schöne Rezeptur für dieses Vorhaben in einer Veröffentlichung der Autoren : Christian Bräuer-Burchardt, Klaus Voss und Michael Schubert und ich machte mich gleich daran, die Beschreibung in ein Programm zu verwandeln.

So konnte ich als mein "Erstlingswerk" das folgende Bild "geradebiegen" :

Und hier das Ergebnis der "Begradigung" :

Sie sollten sich bei der Betrachtung nicht täuschen lassen durch die neue kissenförmige Umrandung, die ebenfalls ein Ergebnis der Umrechnung darstellt: Die vorher deutlich gebogene Kante auf der rechten Bildseite ist nun tatsächlich gerade, ebenso wie auch gleichzeitig die anderen vorher mehr oder minder stark gebogenen Linien sich jetzt in Geraden gewandelt haben.

Der Vollständigkeit halber sei auch noch das Ergebnis der nachfolgenden Entzerrung der im Schatten liegenden Fassade gezeigt. Ohne die vorausgegangene Beseitigung der radialen Verzeichnung wäre das Ergebnis sicher weniger befriedigend ausgefallen :

Diese Seite wurde erstellt am : 12.11.2002

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