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Einführung

Teil 1

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Panoramabilder, Teil 2

Wenn die Panoramabilder zur Orientierung und insbesondere zur Bestimmung der Winkelrichtungen zu markanten Zielen dienen sollen, dann müssen die Bilder zuerst mal kalibriert werden.

Dazu ist es erforderlich, dass man die geographischen Koordinaten einerseits des Kamerastandortes und dann noch diejenigen von einigen markanten Punkten - z.B. Kirchtürmen oder hohen Sendemasten - halbwegs genau ermittelt. Diese Ziele sollten sich möglichst gleichmäßig über das ganze Panoramabild verteilen. Auf der anderen Seite sind dann noch die Pixelkoordinaten der gleichen Zielpunkte im Panoramabild selbst zu ermitteln, z.B. mit Hilfe eines Programms zur Fotobearbeitung.

Neuerdings bietet Google Earth eine kostenlose Möglichkeit um sich die Koordinaten aus den erfreulich hoch aufgelösten Satellitenbildern abzugreifen. Hier zeige ich Ihnen ein solches Bild als Beispiel für zwei von mir benutzte Kamerastandorte. In diesen beiden Fällen habe ich die Positionen genau gekannt (ein Punkt ist ein Trigonometrischer Punkt (TP), den anderen habe ich selbst bestimmt und kenne seine Koordinaten mit einer maximalen Unsicherheit von etwa ±5 cm. Dies ist erfreulicherweise so meist nicht erforderlich, und es genügt im Allgemeinen die Zuverlässigkeit der abgegriffenen Koordinaten. Eine weitere Hilfe bieten auch die von den Landesvermessungsämtern erhältlichen Computerkarten TOP25 auf CD-ROM. Für die elsässische Grenzregion benutze ich die französische Entsprechung, nämlich die CD's "Données topographiques et logiciel de navigation - CARTO Exploreur 3, FICHIERS BYO 25" vom französischen IGN.

Erfreulicherweise sind vom IGN auch die Koordinaten von Kirchtürmen, Wassertürmen oder auch Trigonometrischen Punkten kostenlos über das Internet abfragbar. Als Beispiel hier der Kirchturm von Kintzheim:

Die Koordinaten des Kugelmittelpunktes auf der Helmstange im System WGS84 lauten also: 48° 15' 17.4771" Nord und 7° 23' 42.0048" Ost.

Wenn Sie Ihre Panoramabilder in Grenznähe und in Richtung Elsass machen wollen, ist die notwendige Vorgehensweise durch Herumspielen schnell gefunden.

Aus den Koordinaten des Kamerastandortes und denen des Zielpunktes können Sie jetzt mit diesem Applet (Zweite Geodätische Hauptaufgabe) die Zielrichtung zu diesem Kirchturm und die Entfernung gleich mal zur Übung bestimmen lassen. Vorgegeben - aber natürlich veränderbar - sind im Applet die Koordinaten des roten Kreises links unten im obigen Google Earth Bild und wenn Sie als Koordinaten des Zielpunktes die Werte aus der abgebildeten IGN-Information eintragen und "Berechnen" anklicken, erhalten Sie als Ergebnis, dass die Winkelrichtung (Azimut) zur Kirchturmspitze 253.3709399 Grad beträgt und dass der Turm in einer Entfernung von 35.637 km steht.

Für die Kalibrierung Ihres Panoramabildes sollten Sie nun mindestens vier solche Zielpunkte suchen, ihre Koordinaten ermitteln (am einfachsten mit Hilfe von Google Earth) und mit meinem Applet die Winkelrichtungen bestimmen. Danach müssen Sie noch mit einem Programm zur Fotobearbeitung (ich benutze "Paint Shop Pro 7") die Pixelpositionen in X-Richtung für die gleichen Ziele durch Anfahren mit dem Mauszeiger ermitteln und notieren. Jetzt haben Sie also von vier oder mehr markanten Zielen jeweils die X-Pixelposition und den Azimutwinkel. Mit Ihren Werten und diesem Applet lässt sich nun das Panoramabild kalibrieren.

Die Seite wurde erstellt am 19.06.2006

Letzte Aktualisierung: 23.06.2006