Nach oben

Ein wunderschönes Spielzeug.

Es dauerte nicht lange, da wurde etwas angeboten, was mich sofort hellhörig machte, weil es exakt zu meinen eigenen Bemühungen um Fahrzeugnavigation passte. Gleich zwei verschiedene Hersteller - Blaupunkt und Philips - bieten nämlich zum Einbau in jeden beliebigen PKW ähnliche Systeme an. Das System "TravelPilot" Typ RGS 05 von Blaupunkt habe ich mir inzwischen angeschafft und es wahrlich nicht bereut.

Es besteht aus einem Rechner mit CD-Player, einem GPS-Empfänger, einem elektronischen Kompass und Wegsensoren an den nicht angetriebenen Rädern einer Achse. Mit diesen Werkzeugen gelingt es, eine wirklich erstaunliche Genauigkeit auf wenige Meter zu erzielen. Besonders interessant ist dabei, wie die letzte Stufe an Genauigkeit erzielt wird: Dies geschieht durch Vergleich der berechneten Position mit den genauen Daten von der CD. Dort sind nämlich die wichtigen Straßen - und in Städten ab ca. 50000 Einwohnern sogar alle Straßen mit ihren Namen - gespeichert. Da nun in der Regel die ungefähre Bestimmung der augenblicklichen Position eine Stelle ergibt, in deren Nähe Straßen verlaufen, die der Rechner in ihrem exakten Verlauf von der CD kennt, wird unter der Annahme, dass das Fahrzeug sich auf einer dieser Straßen befindet, durch Vergleich der beim Fahren bestimmten Daten mit denen der CD laufend die Position auf ihre Plausibilität überprüft und das Fahrzeug gegebenenfalls wieder auf die Straße "hingezogen". Es wird also durch Vergleich mit der Karte die Position laufend korrigiert (Map Matching). Das klingt ja ganz einleuchtend, aber wenn man nach anfänglicher Skepsis dann sieht, dass es wirklich gut funktioniert, ist man doch begeistert.

Man kann nun beispielsweise beim Antritt einer Fahrt das Ziel - z.B. eine beliebige Straßenkreuzung in Dresden - eingeben und wird dann dort hingeführt. Dabei erklingt eine Frauenstimme, die einen auf jede notwendige Richtungsänderung rechtzeitig hinweist. Insbesondere in großen Städten bewegt man sich dann mit der Sicherheit eines Einheimischen und hat mit dem Suchen von Hinweisschildern keinen Ärger mehr. Gleichzeitig sieht man auf einem kleinen Farbmonitor den Straßenverlauf auch blinkend hervorgehoben und kann durch einen gelegentlichen Blick dorthin schon den weiteren Verlauf zur Kenntnis nehmen.

Besonders überzeugt aber, wie flexibel das System bei notwendigen oder freiwilligen Abweichungen vom vorgeschlagenen Weg - etwa bei Baustellen usw. - sich auf den neuen Weg einlässt und unverzagt einen aktualisierten Neuvorschlag zum Ziel unterbreitet. - Jetzt fahre ich wieder lieber Auto !

Zu den Radsensoren: Auf die Felgen sind Kunststoffstreifen mit magnetischen Marken geklebt, die von Magnetsensoren abgegriffen und als Impulse an den Rechner geleitet werden. Ich möchte versuchen, einen Algorithmus zu finden, der es möglich macht, die Signale der Radsensoren vom linken und rechten Rad zur Positionsbestimmung zu verwenden. Dabei muss die Tatsache genutzt werden, dass bei Kurvenfahrt die äußeren Räder einen größeren Weg zurücklegen. Auch wenn es wieder einmal bedeutet, das Rad neu zu erfinden, so möchte ich doch sehen, wozu es führt.

Zurück

Versuche mit dem Nachfolgemodell RGS 08

Letzte Berichtigung : 08.01.2002